{"id":15692,"date":"2017-12-27T13:39:29","date_gmt":"2017-12-27T12:39:29","guid":{"rendered":"https:\/\/old-vianden.digitalvision.lu\/?page_id=15692"},"modified":"2017-12-30T20:21:47","modified_gmt":"2017-12-30T19:21:47","slug":"kirchen-kapellen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/old-vianden.digitalvision.lu\/?page_id=15692","title":{"rendered":"Kirchen &#038; Kapellen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<div class=\"wysiwygimg\" style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"wysiwygimgtext\">\n<h3>Kirchen &amp; Kapellen in Vianden<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bereitet stets Vergn\u00fcgen, \u00fcber die Kirchen von Vianden zu schreiben. Doch, mit welcher soll man beginnen? Man hat die Wahl: Mit der \u00e4ltesten, mit der bedeutendsten, mit der am h\u00f6chsten gelegenen, welches die Burgkapelle und vermutlich dazu die \u00e4lteste w\u00e4re. Doch es scheint sinnvoller, einem kurzen Abriss \u00fcber die Pfarrgeschichte der Stadt Vianden Vorrang zu geben. Diese ist ein Netz, welches alles umspannt und zusammenh\u00e4lt, wodurch die historischen, baulichen und pfarrlichen Zusammenh\u00e4nge leichter zu \u00fcberblicken sind.<\/p>\n<p>Wie weit die Urspr\u00fcnge der Pfarrgeschichte zur\u00fcckreichen, liegt im Dunkeln, doch seit den Zeiten der Templer ist vieles belegt. Vianden unterstand pfarrlich diesem Ritterorden, welcher w\u00e4hrend der Zeit der Kreuzz\u00fcge von den Viandener Grafen die Kirche von Roth anvertraut bekam, es d\u00fcrfte noch vor 1150 gewesen sein. Graf Heinrich allerdings veranlasste den Trinitarierorden Mitte des XIII. Jahrhunderts (1248) in seine Stadt, in seine Grafschaft zu kommen und lie\u00df ihm gleich Kloster und Kirche errichten. Die Tempelherren ihrerseits waren keineswegs damit einverstanden, andern die Pfarrei Vianden zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Der Graf hingegen (zu diesem Zeitpunkt Philipp I., Sohn von Heinrich, welcher wohl von einem Kreuzzug nicht zur\u00fcckgekommen war) gab nicht nach und es entstand Streit, welcher sich derart steigerte, dass \u00fcber den Burgherrn sogar zeitweise der Kirchenbann verh\u00e4ngt wurde, bis Vianden schlie\u00dflich nach vielem Hin und Her in zwei Pfarreien aufgeteilt wurde. Bis die Klosterkirche Pfarrkirche sein durfte, diente vor\u00fcbergehend, von 1256 bis 1266, die Burgkapelle als solche von Ober-Vianden, betreut von den Trinitariern, w\u00e4hrend die Unterstadt den Templern verblieb, mit der Rother Kirche als Pfarrkirche. Bis zum Jahr 1802 blieben diese Verh\u00e4ltnisse gewahrt, nur dass nach der Ausrottung des Templerordens im Jahr 1312 die Johanniter dessen Nachfolge \u00fcbernahmen, und somit Pfarrherren von Unter-Vianden wurden.<\/p>\n<p>Erst nach der Aufhebung des Trinitarierklosters im Jahr 1783 durch Kaiser Joseph II., sowie die turbulenten Umst\u00e4nde der franz\u00f6sischen Revolution geschah die Zusammenlegung beider Sprengel und seither dient die Trinitarierkirche der ganzen Stadt Vianden als Pfarrkirche. Diese soll mithin vorangestellt sein.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"wysiwygimgclear\">\n<h3>Die Trinitarierkirche<\/h3>\n<div class=\"wysiwygimg\">\n<div class=\"wysiwygimgtext\">\n<p>Zu ihrer Baugeschichte: Von einem romanischen Vorbau sind noch etliche Zeugen und Spuren sichtbar geblieben, doch es ist kaum etwas dar\u00fcber bekannt. Es er\u00fcbrigt sich mithin, weiter darauf einzugehen. Im fr\u00fchgotischen Stil von 1248 bis 1252 erbaut, ist das Viandener Gotteshaus eine zweischiffige Hallenkirche, mit jeweils f\u00fcnf Jochen; das linke Schiff war f\u00fcr die Viandener B\u00fcrger bestimmt, w\u00e4hrend das rechte den Klosterleuten vorbehalten blieb, welche vor allem hier ihre letzte Ruhest\u00e4tte fanden.<\/p>\n<p>Die Anf\u00fcgung eines Chores im rechten, dem sogenannten M\u00f6nchsschiff, geschah im Jahr 1644, unter Minister Peter Ernst Korff Wiltzius (im Trinitarierorden trugen die Klostervorsteher den Titel Minister). Zwei Besonderheiten sind diesem Anbau zu eigen, vor allem die gewollte Biegung der Schiffs- zur Chorachse um acht Grad, den Tod des Heilands symbolisierend (er neigte sein Haupt und starb); zum andern hat man einen hellgelben Sandstein innen f\u00fcr Gurte, B\u00f6gen und Konsolen verwendet, w\u00e4hrend der urspr\u00fcngliche Stein der Kirche rot ist, auch au\u00dfen am Chor und an dessen Fenstern.<\/p>\n<p>Im Jahr 1693 wurde durch Minister Bruno Thandel eine Orgel errichtet und f\u00fcr diese eigens eine Empore erbaut an der hinteren, der Westseite im M\u00f6nchsschiff; diese war nur vom Kloster aus, von oben her, zug\u00e4nglich, war sie doch nur f\u00fcr die Klosterinsassen bestimmt, zu welchen auch der Organist geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>1732 wurde das Nordportal, als Erleichterung f\u00fcr das Betreten der Kirche gedacht, im barocken Stil mit gesprengtem Giebel im mittleren Joch, zur Stra\u00dfe hin, angebracht. Eine lateinische Inschrift \u00fcber diesem Tor lautet, auf deutsch \u00fcbersetzt: Siehe die Viandener B\u00fcrger haben diesen Eingang gesetzt, er sei dem dreieinigen Gott ein heiliges Tor.<\/p>\n<p>Durch die Aufhebung des Klosters wurde, au\u00dfer einer Wendeltreppe (1786) als Aufgang von der Kirche her zur Empore, die Errichtung der noch heute bestehenden Sakristei unumg\u00e4nglich (1790, wie auf dem Schlu\u00dfstein des T\u00fcrsturzes eingemei\u00dfelt ist); vorher war eine solche nicht notwendig, diente doch ein Raum im Kloster selbst f\u00fcr diese Zwecke.<\/p>\n<p>Um nicht gleich auf die Stra\u00dfe beim Verlassen der Kirche zu gelangen, wurde 1727 der Eingang an der schmalen Westseite erweitert und zum heute noch benutzten Eingangsportal bestimmt, welches in sp\u00e4teren Jahren immer wieder Um\u00e4nderungen \u00fcber sich ergehen lassen musste, als einstweilen letzte im Jahr 1965.<br \/>\nUm die vorige Jahrhundertwende entsprach der Fu\u00dfboden nicht mehr moderner Auffassung und die alten Steinplatten mussten einem Terrazzobelag weichen (1906). Sp\u00e4testens bei dieser Gelegenheit wurde das Niveau angehoben, wohl um der Feuchtigkeit besser Herr zu werden. Vorher schon wurde die Empore \u00fcber die gesamte Breite der Kirche erweitert, wobei die hierf\u00fcr ben\u00f6tigten Baluster in gelbem Sandstein hergestellt wurden, im Jahr 1857.<\/p>\n<p>Von 1988 bis 1990 schlie\u00dflich kam es zu einer gro\u00dfangelegten Renovierung, welche als \u00e4u\u00dferst vorteilhaft bezeichnet werden darf. Der Fu\u00dfboden, in welchem ein elektrische Heizung angebracht wurde, bekam wieder seinen Steinplattenbelag auf urspr\u00fcnglichem Niveau, bedeutende statische Absicherungen kamen zustande, f\u00fcr den Besucher aber nicht sichtbar.<\/p>\n<p>1952 wurden unter dem kunstsinnigen Dechanten Th\u00e9odore Lesch neue Farbfenster im linken Schiff zur Stra\u00dfenseite hin angebracht, welche damals von nicht wenigen kritisiert wurden, doch bis heute durch ihre k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t bestechen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"wysiwygimgclear\"><\/div>\n<\/div>\n<h3>Die Innenausstattung:<\/h3>\n<div class=\"wysiwygimg\">\n<div class=\"wysiwygimgtext\">\n<p>In vielen Kirchen sind prachtvolle Alt\u00e4re ein wesentlicher Bestandteil der sakralen Ausstattung, und das trifft auf die Viandener Trinitarierkirche in besonderem Ma\u00dfe zu.<\/p>\n<p>Der k\u00fcnstlerisch wertvollste, auch der \u00e4lteste, ist der Sakramentsaltar, 1620 geschaffen in der Trierer Werkstatt des bedeutenden Bildhauers Hans Rupprecht Hoffmann, unter dem Minister Georgius Engelbert. Gleich drei Kunstrichtungen sind an ihm zu sehen, ist doch der Unterbau, der Stipes, ein gotischer Sarkophag aus der Kirche selbst, wie auch bei den zwei Nebenalt\u00e4ren; alle drei d\u00fcrften \u00fcbrigens Grabtumben aus der Kirche sein. Der Retabel, der Altaraufsatz, ist im Renaissance-Stil gefertigt, doch wurde sp\u00e4ter der mittlere Teil durch einen holzgeschnitzten Rokoko-Tabernakel mit einer \u00c4dikula dar\u00fcber ersetzt, eine wundervolle Arbeit zwar, doch ist die urspr\u00fcngliche Harmonie etwas gest\u00f6rt dadurch.<\/p>\n<p>Der sogenannte Hochaltar im Chor der Viandener Trinitarierkirche wurde im Jahr 1758 vom luxemburgischen Kunstschreiner Michel Weiler gestaltet, unter Minister Chrisostomos Fischbach. Es ist ein an Rokoko-Sch\u00f6nheit nicht zu \u00fcbertreffendes Meisterwerk, in pr\u00e4chtiger Art und Weise die Dreifaltigkeit darstellend.<\/p>\n<p>Ein weiteres Prunkst\u00fcck, dem letzten Minister des Viandener Klosters, Chrisostomus Lorent zu verdanken, ist das Chorgest\u00fchl (von 1769), wohl von einem begabten Klosterschreiner (Bruder Veith aus St. Vith?) geschnitzt. Die Dorsalen muten einen wie ein Musikorchester an, mit Geigen, Trompeten, Fl\u00f6ten und Pauken, wobei als Besonderheit die eine Seite das Spiegelbild der gegen\u00fcberliegenden ist.<\/p>\n<p>Wird hier Musik zum Lob Gottes nur dem Auge dargeboten, so kann der Kirchenbesucher die Orgel, die K\u00f6nigin der Instrumente sehen und h\u00f6ren, eine K\u00f6nigin, welche schon manches \u00fcber sich ergehen lassen musste, sowohl hinsichtlich Standort als auch betreffend Um\u00e4nderungen und Erg\u00e4nzungen. Gebaut im Jahr 1693, kam sie genau 300 Jahre sp\u00e4ter wieder an ihren urspr\u00fcnglichen Platz zu stehen, in der damaligen Anordnung des Prospektes. Leicht goldfarben gefasst, erhebt sie sich majest\u00e4tisch, als w\u00e4re sie von unten herauf gewachsen. Sie ist eine wirkliche K\u00f6nigin, \u00fcber allem erhaben.<br \/>\nPlump und d\u00fcster wirkt die barocke Kanzel, welche sich urspr\u00fcnglich in der Kathedrale in Luxemburg befand, dann nach Echternach in die Basilika gelangte, um schlie\u00dflich 1950 in der Trinitarierkirche ihren Platz zu erhalten.<\/p>\n<p>Eine mittelalterliche Kostbarkeit sei bis zum Schluss aufgehoben, das Grabmal der Maria von Spanheim, der einzigen und zugleich letzten Gr\u00e4fin von Vianden. Seit der Renovierung der Trinitarierkirche steht es an geb\u00fchrendem Platz im linken Seitenschiff. Maria verstarb im Jahr 1400 und fand ihre letzte Ruhest\u00e4tte hier. Sie ist als Liegefigur dargestellt, ihre Huldigung kann der Betrachter beim Umgehen in gotischer Schrift ablesen. Sie, Maria von Vianden, verheiratet mit Graf Simon von Sponheim (Spanheim), war die letzte des Viandener Grafengeschlechtes welche diesen Namen trug. (Der erste war Graf Bertolf, um 1090, soweit bekannt ist.)<\/p>\n<p>Text: Ernest Theis (c)<\/p>\n<p>_______________________<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[vc_row][vc_column]<div class=\"wf-container dt-gallery-container dt-photos-shortcode loading-effect-none iso-container\" data-padding=\"20px\" data-cur-page=\"1\" data-width=\"370px\" data-columns=\"2\" data-pretty-share=\"facebook,twitter,whatsapp\"><div class=\"wf-cell iso-item\" data-post-id=\"15704\" data-date=\"2017-12-27T13:22:12+01:00\" data-name=\"Bildchen_2015\">\n<article class=\"post post-15704 attachment type-attachment status-inherit hentry no-img description-off\">\n\n\t<figure class=\"rollover-project links-hovers-disabled\">\n\t<a href=\"https:\/\/old-vianden.digitalvision.lu\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Bildchen_2015.jpg\" class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item layzr-bg\" title=\"Bildchen_2015\" data-dt-img-description=\"\"  data-large_image_width=\"2649\" data-large_image_height = \"4000\"  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